Jamie Schulze macht sein Ding!

Jamie Schulze mit Medaille bei den Deutschen Meisterschaften 2025 in Bochum

Leichtathletik: Jamie Schulze ist deutscher Meister im Hammerwurf. Am Ende wird es aber eine ganz enge Kiste. Von Martin Ständner

WATTENSCHEID. Das neu renovierte Lohrheidestadion ist derzeit im Wochenrhythmus Austragungsort der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in den verschiedenen Altersklassen. Am Wochenende waren die Titelkämpfe der U20 und U16 an der Reihe. Mit dabei war der 14-jährige Mainleuser Jamie Schulze (UAC Kulmbach), der sich im Hammerwurf qualifiziert hatte.

Dazu musste er nicht nur die relativ gemäßigte Hammerwurfweite von 40 Metern mit dem 4-Kilo-Hammer bei einem offiziellen Wettkampf vorweisen, sondern auch eine ordentliche Punktzahl in einem Fünfkampf erbringen. Der deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) macht das als Zusatzqualifikation für die deutschen Schülermeisterschaften zur Vorgabe, um junge Athleten und ihre Trainer zum vielseitigen Grundlagentraining zu animieren. Mit Paul Schröder (TSV Bad Salzungen), Ben Korsowski (LV 90 Erzgebirge) und Jamie Schulze (UAC Kulmbach) waren die drei besten der Disziplin mit fast der gleichen Vorleistung (51,60, 51,50 und 51,40 Meter) gemeldet, sodass sich ein hartes Ringen um die Medaillen andeutete.

Den jungen Werfern merkte man schon beim Einwerfen große Nervosität an. Keiner hatte bisher bei einer Kulisse von mehreren tausend Zuschauern, lauten Ansagen der Stadionsprecher und Kameras um den Wurfring einen Wettkampf bestritten. Jamie Schulze legte gleich einmal einen soliden ersten Wurf von 51,18 Metern hin, Ben Korsowski folgte mit 49,29 Metern und Paul Schröder mit 48,67 Meter. Jamie Schulze gelang im dritten Durchgang nochmals ein Wurf über die 50-Meter-Linie (50,78 Meter), seine Konkurrenten folgten mit zwei, drei Metern Abstand.

Dann stand der sechste und letzte Versuch des Wettbewerbs an. Korsowski kam vor dem Oberfranken an die Reihe. Der Stadionsprecher verkündete schon den Sieg von Jamie Schulze, nachdem der Hammer des Erzgebirglers vor der 50-Meter-Marke einschlug. Doch dann kam es zu Diskussionen, denn ein Kampfrichter hatte den Stab der elektronischen Weitenmeßanlage zu früh aus dem Boden gezogen, sodass die Weite des Wurfes nicht ermittelt werden konnte.

Ben Korsowski wurde ein zusätzlicher Versuch zugesprochen, den er vor dem führenden Konkurrenten absolvieren durfte. Dieser Wurf landete hinter der 50-Meter-Linie. Bange Sekunden für Jamie Schulze, dann aufatmen, als an der Anzeigetafel 51,15 Meter aufleuchteten. Der Athlet des UAC Kulmbach holte sich mit drei Zentimeter Vorsprung den deutschen Titel.

Freude beim Mainleuser, der dann erstmals in seiner jungen Sportlerkarriere zum Interview gebeten wurde. „Im Training werfe ich weiter, da geht es schon auf 54 bis 55 Meter, aber es war trotzdem okay. Ich wollte schon um den Meistertitel werfen“, sagte der Sieger, dem der Titel viel bedeutet. „Er zeigt mir, dass ich gut und richtig trainiert habe und ich weiß, was ich kann.“


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